COVID-19 Nothilfe in Peru

Seit dem 16.3. befindet sich Peru im Ausnahmezustand. Auf der einen Seite Isolation, auf der anderen Hunger. So stoppen wir den Hunger!

Pueblos Jovenes … dort wo die Armut zuhause ist

In Peru nennt man sie Pueblos Jovenes. Hier würde man von Slums sprechen. Gemeint sind Limas Vorstadtbezirke, in denen tausende von Menschen hängengeblieben sind, als sie sich von den Anden oder dem Amazonasgebiet aufmachten in eine vielversprechendere Zukunft.

Peru ist ein zentralistischer Staat. Lima ist mit seinen etwa 10 Millionen Einwohner der Angelpunkt, in dem es Arbeit, gute Schulen und Universitäten gibt. Wer es zu etwas bringen will, packt früher oder später seine Koffer, um in und um Lima sein Glück zu suchen.

Problem nur, Lima können sich die meisten nicht leisten. Außerdem fehlt es an Wohnraum. Und so baut sich der Glücksuchende eine kleine einfache Holzhütte mit Blechdach, inmitten sandiger Hügel, ohne fließend Wasser und ohne ein Abwassersystem. Aus dem Traum von einer besseren Zukunft wird ein Leben in Armut, geprägt von Kriminalität, Alkohol und Drogenkonsum. In dem arte Beitrag “Peru: die Mauer der Schande” bekommst du einen Einblick in die peruanischen Slums.

Stillstand und Hunger

Zum Arbeiten müssen die Slum-Bewohner nach Lima. Seit dem 16.3. führen keine Wege mehr nach Lima. Das öffentliche Leben steht still. Einzig die Lebensmittelversorgung ist gesichert … für all jene, die es sich leisten können.

UPDATE 22.5.: Die Quarantäne wurde bis 30.6. verlängert!

Essenspakete greifen ein, wo der Staat versagt

Chill n Feel - COVID-19 Nothilfe in Peru

Einmalzuwendungen für alle Bedürftigen, dies war das Versprechen des peruanischen Präsidenten Martín Vizcarra. Nur, wer ist bedürftig? Viele Slum-Bewohner tauchen in den Statistiken nicht auf, also werden sie auf die Hilfe des Staates verzichten müssen.

Doch da gibt es einen Pfarrer, der leistet Großartiges. Maria José, unsere Lieferantin, hat uns Fotos geschickt, auf denen wir sehen, wie er in die Pueblos Jovenes fährt und Essenspakete an die Ärmsten der Armen verteilt. Auf Facebook teilt die dahinter stehende Asociación de las Bienaventuranzas Bilder und Videos von dem beispielhaften Einsatz, den der Pfarrer zusammen mit einer engagierten Truppe an ehrenamtlichen Helfern leistet.

Abends werden Pakete mit Essen und Trinken befüllt, die sie am darauf folgenden Tag an die Familien ausliefern. Welch ein Glück, dass das auf den Straßen patrouillierende Militär die Hilfslaster des Pfarrers passieren lässt.

Mit 15 Soles wird eine Familie 1 Tag lang satt

15 peruanische Soles sind umgerechnet um die 4 Euro. Wir haben uns kurzum entschieden, diese lebensrettende Initiative zu unterstützen. Die ersten 20 Familien bekommen hoffentlich gleich morgen Essenspakete geliefert, die wir finanziert haben.

Und es sollen noch ganz viele folgen. Das ist unser Wunsch und das Ziel dieses Blogbeitrags. Ich möchte jeden, der sich die Zeit nimmt, diesen Beitrag zu lesen, bitten, eine Fingerpuppe zu kaufen. Wir tauschen den Erlös der Fingerpuppe gegen ein Essenspaket für 1 Familie in Perus Armenvierteln.

UPDATE 23.5.: unsere Fingerpuppen sind ausverkauft … dank eurer großartigen Unterstützung. Statt Fingerpuppen haben wir kurzum zuckersüße Faultier-Magneten entwickelt. Ab sofort also finanzieren wir Essenspakete über den Verkauf von Faultier Magnet #RegenbogenGegenCorona und Faultier Magnet #Faultierträume

➽ Faultier Magnete, die Kinder satt machen

UPDATE 29.6.: über 300 Familien haben wir in den vergangenen Monaten mit Essenspaketen versorgt; mit und dank eurer Unterstützung.

Langsam kommt es zu ersten Lockerungen im Andenstaat. Wir tun – gemeinsam mit unserer Partnerfirma in Peru – gerade alles, um „unsere“ Familien in den Armenvierteln mit neuen Strickaufträgen zu versorgen, sodass sie hoffentlich bald wieder selbst für sich und ihre Kinder sorgen können.

Vorerst werden wir unsere Peru Nothilfe einstellen, zumal die Spendenbereitschaft hierzulande stark nachgelassen hat und wir unsere Energien in neue Produkte investieren wollen. Denn unsere ➽ Puppen und ➽ Kuscheltiere sind es, die langfristig für eine bessere Lebenssituation der Familien sorgen sollen.

ABER und das möchte ich an dieser Stelle betonen: wir werden die Asociación de las Bienaventuranzas weiterhin aus eigenen Mitteln unterstützen; zumindest solange, wie der Coronavirus die Menschen in Peru am Arbeiten hindert.

Und was unseren Magneten-Verkauf angeht, der wird fortgesetzt; künftig jedoch im Zeichen der ➽ Wiederaufforstung des Amazonas Regenwaldes.

Und wer sich an dieser Stelle nun fragt, warum uns das Schicksal der peruanischen Slum-Bewohner zu nahe geht, der darf gerne noch 2 Absätze weiterlesen.

In Pueblos Jovenes werden unsere Puppen und Faultiere gestrickt

Wir standen in den Startlöchern mit unserer neuen Produktion, kurz bevor das gesamte Land in Quarantäne gehen musste. Nun liegen unsere Bio-Garne in Lima und unsere StrickerInnen können nicht arbeiten. Sie haben die Zeit, aber kein Material. Wir können sie nicht beliefern, denn dies würde gegen die strengen Präventionsvorschriften Perus verstoßen.

Es blutet uns das Herz, wenn wir an die vielen Familien denken, die wir so sehr zu schätzen gelernt haben. Wir haben die meisten Männer und Frauen bisher nur auf Fotos gesehen, denn es ist gefährlich in den Pueblos Jovenes. Aber wir kennen ihre Geschichten von Maria José und wir spüren die Liebe und Hoffnung, die in jeder einzigen Puppe steckt, die sie für uns in Heimarbeit fertigen.

Essen statt Lohnfortzahlung

Das Einkommen, das unsere StrickerInnen für ihre Arbeit erwirtschaften, ist an kein festes Arbeitsverhältnis gebunden. Das ist von ihnen explizit nicht gewünscht, denn so bleiben sie flexibel und können jederzeit Aufträge von anderen Organisationen annehmen. Außerdem können sie ihren Lohn stets neu aushandeln. Und im Handeln sind Peruaner wirklich gut 😉

Einen Lohn können wir ihnen daher im Moment nicht zahlen, aber wir können dafür sorgen, dass ihre Grundbedürfnisse während der Corona Krise gesichert sind.

Wie schön, dass du dir die Zeit genommen hast, diesen Beitrag zu Ende zu lesen! Und wenn du Menschen kennst, die unsere COVID-19 Notfallhilfe in Peru gerne unterstützen würden, dann sei so lieb und teile diesen Blogpost.

Autor: Martina

Schwangerschaft, Baby, Alltag mit Baby. Überall liest man, wie anstrengend das Leben als Mama sein kann. Bei Chill n Feel hingegen geht es um Positive Vibes, um kleine Auszeiten, Chill-Momente, Wohlfühltipps und die dazu passenden Wohlfühlprodukte für die Kleinsten. Und die Autorin? Das bin ich: Martina, Gründerin von Chill n Feel, glückliche Mama von 2 kleinen Jungs und Träumerin von einer schönen Welt, in der jedes Lebewesen mit Respekt behandelt wird.

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