(Baby) Sonnencreme selber machen: 5 Zutaten, 30 Minuten

Schütze dein Baby vor der aggressiven UV-Strahlung! 3 Optionen für Säuglinge: 1. Schatten, 2. lange Kleidung, 3. Eincremen (inkl. Rezept: Sonnencreme selber machen)

Inhaltsverzeichnis

Dürfen Baby in der Sonne chillen ... wie unser Faultier?

Faultiere haben ein dickes Fell, das sie bis zu einem gewissen Grad vor der UV-Strahlung schützt. Und wird es zu warm, ziehen sie sich einfach gemächlich in den Schatten zurück. Dort fühlen sie sich ohnehin am wohlsten: im Regenwald, chillend an einem Baum baumelnd, im Schutz des dichten Blätterdaches.

Babys haben weder so ein dickes Fell wie ein Faultier noch so robuste Haut wie wir Erwachsene.

Um böse Verbrennungen zu vermeiden, ist ein baby-gerechter Schutz vor der UV-Strahlung unerlässlich. Vor allem im ersten Lebensjahr gilt:

  • Meide den direkten Kontakt mit der heißen Frühlings- und Sommersonne! Aber Vorsicht: auch im Schatten bekommen Babys im Nu einen Sonnenbrand!
  • Schütze die überempflindliche Haut mit langer, atmungsaktiver Baumwollkleidung (z.B. aus kühlender Pima Baumwolle) und einer entsprechenden Kopfbedeckung!
  • Wenn sich der Kontakt mit der Sonne nicht vermeiden lässt (z.B. im Urlaub), nutze zusätzlich zu langer Kleidung, Kopfbedeckung und Schatten eine gute, mineralische Sonnencreme für Babys! Oder wie wärs mit Sonnencreme selber machen … in weniger als 30 Minuten, mit 5 wundervoll hautschützenden Zutaten? Etwas weiter unten verrate ich dir ein tolles, von Hebamme Jule empfohlenes Rezept.

Babyhaut hat keine Eigenschutzzeit

Baby Sonnencreme selber machen

Eine Sonnencreme mit Lichtschutzfakor 15 verlängert die Eigenschutzzeit eines Erwachsenen um den angegebenen Faktor. Wie lange die Eigenschutzzeit ist, ist individuell ganz verschieden und hängt in erster Linie vom Hauttyp ab. Sehr helle Hauttypen reagieren bereits nach wenigen Minuten mit Rötungen. Sehr dunkle Hauttypen hingegen haben schon mal eine Eigenschutzzeit von bis zu 1 Stunde.

Babys haben so gut wie überhaupt keine Eigenschutzzeit! Erst als Teenager kann man davon ausgehen, dass die natürliche Eigenschutzzeit vollends entwickelt ist. Daher ist eine gute, mineralische Sonnencreme für Babys ein Must-have; selbst bei kurzen Aufenthalten im Garten oder am Badesee!

Beachte! Babys im ersten Lebensjahr sollten generell niemals der direkten Sonne ausgesetzt werden; auch nicht im Urlaub! Hier bietet eine Sonnencreme zwar eine gute Basis, reicht aber keinesfalls aus, um die Haut vor einem Sonnenbrand zu schützen!

Warum ist UV-Strahlung überhaupt gefährlich?

Grundsätzlich wird von UVA- und UVB-Strahlung gesprochen. UVA-Strahlung meint ganz allgemein gesprochen, ultraviolette Strahlen, die besonders tief in die Haut eindringen. Dies sind die Strahlen, die Sonnenbrand verursachen, uns schneller altern lassen und im schlimmsten Fall Auslöser für Hautkrebs sein können.

UVB-Strahlung bleibt meist auf der Hautoberfläche. Sonnengebräunte oder krebsrote Urlaubshaut haben wir der UVB-Strahlung zu verdanken. Auch wenn sie nicht, wie UVA-Strahlung, in die Haut eindringt, kann sie zu Hautkrankheiten führen.

UV-Strahlen können also so einiges mit unserer Haut und unserem Körper anrichten und sollten daher bestmöglich abgeschirmt werden.

Babyhaut ist dünner als die eines Erwachsenen, deshalb nimmt sie auch schneller UV-Strahlen auf. Hinzu kommt, dass die Haut eines Säuglings noch weitaus weniger pigmentiert ist. Und über die Pigmentierung wird erst ein Eigenschutz aufgebaut.

Schattenplätze schützen nur teilweise vor UV-Strahlung

Spielen und Chillen an der prallen Sonne sollte daher für Babys und Kleinkinder tabu sein; ob mit oder ohne Sonnencreme. Doch auch im Schatten muss für einen entsprechenden Schutz gesorgt werden denn, denn dort gelangt die UV-Strahlung hin, auch wenn es nicht den Anschein macht. Mindestens 50% der gefährlichen Strahlung erreicht Babys unter dem Sonnensegel oder Sonnenschirm.

Atmungsaktive Langarm-Bodys aus Pima Baumwolle (Schutz ohne Schwitzen)

Gesunde Sonnencreme für empfindliche Babyhaut

Kommen wir zur Sonnencreme für Babys. Da gibt es solche, die sich schön geschmeidig auf die Haut auftragen lassen; genauso wie wir es von der Sonnencreme kennen, die wir selbst nutzen.

Und dann gibt es solche, die etwas zähflüssiger erscheinen und häufig einen weißen Film auf der Haut hinterlassen. Letztere mag das Eincreme erschweren, schützt jedoch dein Baby auf mineralischer Basis.

Was bedeutet dies? Und wieso soll ich mir die Arbeit machen, eine zähflüssige Sonnencremes für mein Baby zu nutzen, das die Eincreme-Prozedur ohnehin als anstrengend empfindet?

Hier ist es wichtig, den Unterschied zwischen einem mineralischen und einem chemischen/synthetischen UV-Filter zu kennen. 

Sonnencreme für Babys mit chemischem UV-Filter

Konventionelle, also klassische Sonnencremes, wie wir sie in jedem Supermarkt finden, erfüllen oftmals ihren Zweck, sie ziehen schnell ein, sie duften angenehm und wir haben das Gefühl, bestens für die Sonnentage gerüstet zu sein. Aber:

  • Chemische Substanzen gelangen über die Haut in den Körper und bringen dort nicht selten den Hormonhaushalt durcheinander
  • Duftstoffe und Konservierungsstoffe lösen häufig Allergien aus
  • Emulgatoren schwächen die natürliche Hautbarriere

Sonnencreme mit mineralischem UV-Filter

In der Naturkosmetik werden Sonnencremes in erster Linie mit mineralischen Filtern, wie Titan- oder Zinoxid hergestellt. Mineralische Filter dringen kaum in die Haut ein, vielmehr legen sie sich wie ein schützender Spiegel auf die Hautoberfläche. Sie UV-Strahlung wird auf diese Weise reflektiert.

Babyhaut ist sehr durchlässig, weil sich ihre Hautschutzmechanismen erst noch vollends entwickeln müssen. Chemische Substanzen dringen daher beinahe widerstandslos über die Haut in den Körper ein. Und das dies nicht gut für eine gesunde Entwicklung sein kann, erklärt sich von selbst.

Wie mineralische Sonnencreme abwaschen?

Mineralische Sonnencreme legt meist eine weiße Schicht auf die Haut. Dies mag zunächst etwas irritieren, jedoch weißt du so, wo du dein Baby eingecremt hast und ob die empfindliche Haut ausreichend geschützt ist.

Spätestens abends, vor dem Zubettgehen, wirst du dein Baby bzw. Kleinkind noch duschen oder baden wollen, um Sand und Rückstände der Sonnencreme zu entfernen. Schnell wirst du feststellen, dass dies gar nicht so einfach ist. Rubbeln und zu viel Seife strapazieren die zarte Haut und führen schnell zu Tränen. Doch wie nur bekommt man den Sonnenschutz schnell und einfach ab?

Mein Tipp: gib ein wenig hochwertiges Bio-Öl (z.B. Kokosöl oder Mandelöl) auf ein Wattepad und entferne Rückstände ganz sanft. Die Sonnencreme verschwindet wie von selbst und zugleich pflegst du die Haut.

(Baby) Sonnencreme selber machen

Eine gute Sonnencreme für Babys im ersten Jahr mit mineralischem Filter ist teuer. Und teilweise musste ich leider die Erfahrung machen, dass die meisten Cremes durch den Zinkoxid-Bestandteil sehr stark weißeln und sich nur schwer auftragen lassen. Auch muss bei Zinkoxid-basierter Sonnencreme stets darauf geachtet werden, dass keine Nanopartikel beinhaltet sind.

Da ich gerne weiß, welche Bestandteile die Pflegeprodukte enthalten, die wir nutzen, habe ich mich auf die Suche nach einem einfachen Rezept zum Sonnencreme selber machen begeben.

Fündig wurde ich auf der sehr informativen, sympathischen Website von hebammezauberschoen.de.

Hebamme Jule stellt ein Rezept vor, das sich aus nur 5 Zutaten in weniger als einer halben Stunde herstellen lässt. 

Ich hab es ausprobiert und bin begeistert. Neben langer Pima-Kleidung, Kopfbedeckung und viiiel Schatten, pflege ich das Gesicht, Hände und Füße mit meiner DIY Sonnencreme. Auch wenn ich weiß, dass diese – wie auch jede andere Sonnencreme – im ersten Lebensjahr nicht wirklich vor einem Sonnenbrand schützen kann, so bietet sie doch einen guten Basisschutz. Damit meine ich einen Schutz, der die UV-Strahlung in den wenigen Momenten direkter Sonneneinstrahlung ein wenig abblockt. 

Und dies, so meine persönliche Erfahrung, funktioniert ganz wunderbar!

Bevor ich dir nun das Rezept verrate, noch ein wichtiger Hinweis! Spätestens mit dem zweiten Lebensjahr, ist ein gewisser Eigenschutz der Kinderhaut gegeben. Jetzt macht tatsächlich eine hautverträgliche Sonnencreme mit mineralischem Filter Sinn, deren LSF dermatologisch bestätigt wurde. Denn fortan wird dein Kleinkind vermehrt Kontakt mit der Sonne haben. Umso wichtiger ist hier eine gute Sonnencreme.

Jetzt spanne ich dich aber nicht mehr länger auf die Folter. Sonnencreme selber machen, auf geht´s!

Die Zutaten (für etwa 3 kleine Marmeladengläser):

  • 50 ml Sesamöl
  • 30 g Kakaobutterchips (Bio-Qualität)
  • 10 g Kokosöl (ich empfehle das Öl von SoloCoco)
  • 5 g Bienenwachs (achte auf einen nachhaltigen Ursprung)
  • 3 TL Karottenöl (lieber selbermachen, als kaufen!)

Und so einfach geht´s:

  1. Karottenöl herstellen: Schneide eine halbe Bio-Karotte in ganz feine Scheiben (z.B. mithilfe eines Sparschälers) und gib diese in ein Glas. Füge 30 ml Sesamöl hinzu und erwärme das Glas im Wasserbad bei mittlerer Temperatur (nicht kochen!). Rühre regelmäßig um. Fertig ist dein Karottenöl nach ca. 20 Minuten. Die Karotten sollten dann schön weich sein und das Öl eine orangene Farbe haben. Seihe das Öl vorsichtig ab. Fertig!
  2. Sonnencreme selber machen: Gib nun alle Zutaten in ein hitzebeständiges Glas und erwärme den Inhalt erneut in einem Wasserbad. Vermische die Zutaten gründlich. Wenn alle Zutaten geschmolzen sind und eine homogene Flüssigkeit entstanden ist, füllst du deine DIY Sonnencreme in deine Vorratsgläser. 

Sobald die Sonnencreme abgekühlt ist, ist sie nutzbar. Wundere dich nicht, anfangs ist das Sonnenschutzöl flüssig. Je nach Zimmertemperatur des Aufbewahrungsortes kann es ein paar Tage dauern, bis eine feste “Sonnencreme” entsteht.

Wie hoch ist der Lichtschutzfaktor der DIY Sonnencreme?

Deine DIY Sonnencreme hat laut Hebamme Jule einen LSF von mindestens 25. 

Aber: da die einzelnen Öle alleine nur einen geringen LSF haben, ist eine Messung des tatsächlichen UV-Schutzes, den die Zusammensetzung der Sonnencreme ergibt, kaum möglich. Creme lieber häufiger ein!

Und denke stets daran, dass Babyhaut noch keine Eigenschutzzeit hat. Egal welchen LSF du nutzt, es kann keine Eigenschutzzeit verlängert werden, da keine gegeben ist.

Die hier empfohlene Creme schirmt die gefährliche UV-Strahlung etwas an, nicht mehr und nicht weniger!

Positiver Nebeneffekt: dein Baby wird die Creme lieben, mit der es sich zugleich wunderbar massieren lässt.

Autor: Martina

Schwangerschaft, Baby, Alltag mit Baby. Überall liest man, wie anstrengend das Leben als Mama sein kann. Bei Chill n Feel hingegen geht es um Positive Vibes, um kleine Auszeiten, Chill-Momente, Wohlfühltipps und die dazu passenden Wohlfühlprodukte für die Kleinsten. Und die Autorin? Das bin ich: Martina, Gründerin von Chill n Feel, glückliche Mama von 3 kleinen Jungs und Träumerin von einer schönen Welt, in der jedes Lebewesen mit Respekt behandelt wird.

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