Du möchtest deinem Kind den Schnuller sanft und ohne Tränen abgewöhnen? In diesem Erfahrungsbericht findest du 10 liebevolle Tipps und bewährte Abschiedsrituale, die den Übergang leichter machen; ganz ohne Druck.
Aktualisiert am 02. Juli 2026
Inhaltsverzeichnis
Mein liebster Chill-Begleiter: der Schnuller
Neugeborene kommen mit einem angeborenen Saugreflex zur Welt. Manche Babys stillen dieses Bedürfnis an der Brust oder mit der Flasche, andere lieben ihr Nuckeltuch oder den Daumen. Viele fühlen sich mit einem Schnuller am wohlsten.
Wie schnell ein Baby mit dem Schnuller zur Ruhe findet, entspannt einschläft oder sich nach einem aufregenden Tag beruhigt, ist beeindruckend. Für viele Familien ist er deshalb in den ersten Lebensmonaten ein wertvoller Begleiter.
Doch je länger der Schnuller zum festen Bestandteil des Alltags wird, desto schwerer fällt später oft das Schnuller abgewöhnen. Genau deshalb lohnt es sich, den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen und den Abschied liebevoll vorzubereiten.
In diesem Beitrag teile ich unsere persönlichen Erfahrungen und zeige dir 10 bewährte Tipps, mit denen das Schnuller abgewöhnen oft ganz ohne Tränen gelingt. Denn jedes Kind ist anders – und manchmal braucht es einfach nur die passende Idee und etwas Geduld.
Die Grundsatzdiskussion, ob ein Schnuller sinnvoll ist oder wann der ideale Zeitpunkt zum Abgewöhnen gekommen ist, steht hier nicht im Mittelpunkt. Stattdessen findest du praktische Tipps und Abschiedsrituale, die sich im Familienalltag bewährt haben.
💛 Sanfter Tipp für den Abschied
Viele Kinder suchen nach dem Abschied vom Schnuller einen neuen Begleiter zum Kuscheln und Einschlafen. Ein besonders weiches Bio-Kuscheltier kann in dieser Übergangszeit Trost, Nähe und Geborgenheit schenken.
Schnuller-Entwöhnung: Unsere Erfahrung
Es ist inzwischen einige Jahre her, doch ich erinnere mich noch gut daran: Mein damals 2,5-jähriger Sohn hat seinen Schnuller ganz ohne Tränen und aus eigener Überzeugung abgegeben.
Da es unser erstes Mal war, las ich viel über das Schnuller abgewöhnen – von der Schnullerfee über Abschiedsrituale bis hin zum kalten Entzug. Vieles fühlte sich für uns nicht richtig an. Deshalb beschlossen wir, den Zeitpunkt einfach auf uns zukommen zu lassen.
Der Schnuller und die Wichteltür
Neugierig fragte ich meinen Sohn eines Abends vor dem Schlafengehen, was er davon halten würde, seinen Schnuller unserem Wichtel zu schenken. Ich erklärte ihm, dass er inzwischen groß geworden sei und der Wichtel sich bestimmt über dieses besondere Geschenk freuen würde.
Ohne zu zögern legte er seinen Schnuller vor die Wichteltür. Damit hatte ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet.
Spontan versprach ich ihm, dass wir am nächsten Tag gemeinsam ein Müllauto kaufen würden, wenn er sich wirklich von seinem Schnuller verabschieden möchte. Die Freude war riesig.
„Mama, den Schnuller brauche ich nicht mehr.“
Am Abend fiel ihm der Abschied zunächst doch noch schwer. Er nahm seinen Schnuller noch einmal in die Hand und überlegte lange. Ich setzte ihn dabei zu keinem Zeitpunkt unter Druck. Mir war wichtig, dass die Entscheidung von ihm selbst kam.
Schließlich legte er den Schnuller wieder zurück und schlief friedlich ein.
Am nächsten Morgen wartete ein kleiner Brief unseres Wichtels auf ihn – mit lieben Worten und der Ankündigung seines versprochenen Müllautos. Nach dem Frühstück machten wir uns gemeinsam auf den Weg.
Als ich ihn später fragte, was denn nun mit seinem Schnuller sei, antwortete er ganz selbstverständlich:
„Den brauche ich nicht mehr.“
Natürlich verläuft das Schnuller abgewöhnen nicht bei jedem Kind so unkompliziert. Aus meiner Erfahrung als Mama habe ich jedoch gelernt, dass der richtige Zeitpunkt eine entscheidende Rolle spielt.
Ist ein Kind noch nicht bereit, entstehen oft Tränen und Frust. Wartet man dagegen auf den Moment, in dem das Kind selbst offen für den nächsten Entwicklungsschritt ist, fällt der Abschied häufig deutlich leichter.
Deshalb gilt: Kein Druck, keine Strafen und kein Vergleichen – jedes Kind darf seinen eigenen Weg gehen.
Schnuller abgewöhnen ohne Tränen – so gelingt der Abschied
Das Schnuller abgewöhnen gelingt oft leichter, wenn dein Kind Schritt für Schritt darauf vorbereitet wird. Mit diesen fünf einfachen Maßnahmen reduzierst du den Schnuller sanft im Alltag und schaffst die besten Voraussetzungen für einen entspannten Abschied – ganz ohne Druck und Tränen.
Schritt 1: Schnuller gezielt einsetzen
Ist dein Baby oder Kleinkind ausgeglichen, spielt entspannt oder beobachtet seine Umgebung, ist ein Schnuller oft gar nicht notwendig. Genau hier kannst du beginnen, die Schnuller-Nutzung im Alltag sanft zu reduzieren.
Schritt 2: Neue Wege zum Trösten finden
Suche nach liebevollen Alternativen, die deinem Kind in kleinen Stressmomenten Sicherheit geben. Eine Umarmung, gemeinsames Singen, Tanzen oder ein Bilderbuch können helfen, den Schnuller tagsüber immer seltener zu brauchen.
Schritt 3: Den Schnuller nur noch zum Einschlafen nutzen
Wenn der Schnuller nur noch beim Einschlafen zum Einsatz kommt, seid ihr bereits einen großen Schritt weiter. Erkläre deinem Kind liebevoll und immer wieder, dass der Schnuller nur zum Schlafen da ist.
Schritt 4: Mittagsschlaf ohne Schnuller üben
Biete den Schnuller beim Mittagsschlaf irgendwann nicht mehr aktiv an. Viele Kinder merken dabei ganz von selbst, dass Einschlafen auch ohne Schnuller funktioniert.
Schritt 5: Der letzte Abschied vom Schnuller
Jetzt helfen Geduld und ein liebevolles Abschiedsritual. Eine Schnullerfee, ein Wichtel oder ein kuscheliger Begleiter können den Übergang erleichtern.
Schnuller abgewöhnen: 10 liebevolle Abschiedsrituale, die wirklich helfen
Nicht jedes Abschiedsritual passt zu jedem Kind – und das ist völlig normal. Manche Kinder lieben die Schnullerfee, andere verabschieden ihren Schnuller lieber mit einem Wichtel, einem kleinen Fest oder einem besonderen Ritual.
Wähle einfach die Idee aus, die am besten zu deinem Kind passt. Wichtig ist nicht das perfekte Ritual, sondern dass dein Kind den Abschied ohne Druck und in seinem eigenen Tempo erleben darf.
Die zwei wichtigsten Grundregeln
- Trefft die Entscheidung gemeinsam – niemals gegen den Willen deines Kindes.
- Verzichte auf Druck, Strafen oder Vorwürfe. Ein liebevoller Abschied gelingt meist nachhaltiger.
So und hier sind sie, die 10 Best Practice-Tipps fürs Schnuller abgewöhnen. Viel Spaß beim Ausprobieren … und Spaß soll es machen, denn lachend fällt der Abschied am einfachsten.
Schnuller verschenken oder verschicken
Kinder schenken gerne etwas. Warum also den Schnuller nicht einem Baby in der Familie oder im Freundeskreis schenken? Auch ein kleines Päckchen, das gemeinsam zur Post gebracht wird, kann ein schönes Abschiedsritual sein. Wenige Tage später wartet eine kleine Überraschung als Dankeschön.
Schnullerfee oder Wichtel
Die Schnullerfee oder ein kleiner Wichtel können den Abschied spielerisch begleiten. Dein Kind legt den Schnuller an einen besonderen Ort und findet am nächsten Morgen eine kleine Überraschung. Wichtig ist: Der Abschied sollte freiwillig bleiben.
Schnuller vergraben oder verreisen lassen
Manchen Kindern gefällt die Idee, den Schnuller in einer kleinen Schatztruhe im Garten zu vergraben oder ihn symbolisch auf Reisen zu schicken. Erzähle deinem Kind davon und beobachte, ob diese Vorstellung für euch passt.
Schnullerspitze abschneiden
Ein kleiner Trick ist es, die Spitze des Schnullers leicht abzuschneiden oder einzustechen. Dadurch fühlt er sich anders an. Entscheidet dein Kind dann selbst, dass der Schnuller „kaputt“ ist, kann das den Abschied erleichtern.
Schnuller-Boot basteln
Bastelt gemeinsam ein kleines Papierboot, legt den Schnuller hinein und lasst es an einem Bach oder See symbolisch davonziehen. So wird aus dem Abschied ein bewusstes, gemeinsames Erlebnis.
Schnullerfest feiern
Ein kleines Schnullerfest kann den Abschied besonders machen. Vielleicht gibt es Kuchen, Luftballons oder ein gemeinsames Abendritual. Der Schnuller wird feierlich verabschiedet und dein Kind erlebt: Dieser Schritt darf gefeiert werden.
Abgabe beim Kinderzahnarzt
Viele Kinderärzte oder Kinderzahnärzte unterstützen Familien bei der Schnuller-Entwöhnung. Manchmal darf der Schnuller dort abgegeben und gegen eine kleine Überraschung eingetauscht werden. Frag einfach einmal nach.
Gute Nacht, Schnuller
Erzähle deinem Kind, dass der Schnuller müde ist und immer längere Ruhepausen braucht. Eine kleine Schachtel mit Decke und Kissen kann helfen. So wird der Schnuller Schritt für Schritt weniger wichtig.
Schnuller-Weg-Bücher anschauen
Bücher können Kindern helfen, sich mit dem Thema Abschied vertraut zu machen. Geschichten über die Schnullerfee, das Schnullermonster oder andere Kinder machen Mut und geben Gesprächsanlässe.
Schnullerbaum besuchen
In einigen Städten gibt es Schnullerbäume, an denen Kinder ihren Schnuller aufhängen und sich bewusst verabschieden können. Vielleicht findet ihr auch in eurer Nähe einen solchen Ort.
Schnuller abgewöhnen: 10 Tipps zum Ausdrucken
Kostenlose Checkliste
Damit du die wichtigsten Ideen nicht vergisst, habe ich dir die 10 Tipps zum Schnuller abgewöhnen noch einmal übersichtlich als Infografik zusammengestellt.
Du kannst die Checkliste kostenlos als PDF herunterladen, speichern oder ausdrucken – ideal für den Kühlschrank, das Kinderzimmer oder als kleine Erinnerung für die Abendroutine.
Checkliste als PDF herunterladenHäufige Fragen zum Schnuller abgewöhnen
Wann sollte man den Schnuller abgewöhnen?
Einen perfekten Zeitpunkt gibt es nicht. Viele Familien beginnen, wenn der Schnuller nur noch zum Einschlafen benötigt wird und das Kind bereit für kleine Abschiedsrituale ist.
Wie gelingt das Schnuller abgewöhnen ohne Tränen?
Reduziere den Schnuller Schritt für Schritt und begleite den Abschied liebevoll – ohne Druck, sondern im Tempo deines Kindes.
Was hilft nachts ohne Schnuller?
Nähe, feste Abendrituale und ein vertrautes Kuscheltier oder eine Lieblingspuppe können vielen Kindern Sicherheit geben.
Ist die Schnullerfee sinnvoll?
Ja – wenn dein Kind Freude an solchen Ritualen hat und den Schnuller freiwillig verabschieden möchte.
Was tun, wenn mein Kind den Schnuller zurück möchte?
Bleibe gelassen. Manche Kinder brauchen mehrere Anläufe. Liebevolle Begleitung und Geduld sind meist hilfreicher als Konsequenz um jeden Preis.











Hallo Martina,
bei uns war die Schnullerabgewöhnung auch grad Thema. Bei uns durfte die Schnullerfee zuerst nicht kommen, so dass dann irgendwann die gemeine Schnullermaus gekommen ist. Diese fiese Maus hat die Schnuller einfach so angeknabbert.
Das hat für große Kullertränen gesorgt. Aber die Schnullerfee durfte die kaputten Schnuller dann abholen.
Die Schnullerfee hat dann eine elektrische Zahnbürste gebracht (war so gewünscht) und dann waren alle zufrieden.
Gruß
Sven
Hallo, wir hatten heute auch die Schnullerabgewöhnung. Seit ein paar Tagen habe ich meinen zweijährigen Jungen darauf vorbereitet, dass es am WE soweit sei. Er sprach selber vom „großen Jungen“ der den Schnuller nicht mehr brauche. Heute mittag haben wir ihn (genauer gesagt drei Stück ;-)) im Garten vergraben, zusammen mit Konfetti-Blumensamen und es war gar kein Thema mehr. Nicht beim Mittagsschlaf und nicht am Abend. Morgen früh warten 3 kleine Lollies im „Blumenbeet“ auf meinen großen Jungen – von der Gartenfee. Schnullerfee gefiel mir irgendwie nicht so gut. 🙂 Danke für die Inspiration!
Liebe Karo! So schöne Ideen! Danke, dass du euren Weg mit uns geteilt hast :). Alles Liebe dir und deiner Familie, Martina