Trocken werden in Faultier Manier

Warum das Trocken werden keine Frage der Zeit ist. So landet die Windel auf Faultier Manier in der Erinnerungsbox. 

Trocken werden: eine Frage der Zeit

Chill n Feel - Trocken werden in Faultier Manier

Jonas ist windelfrei aufgewachsen, Amelie entschied sich mit 24 Monaten fürs Trocken werden. Nur dein Sohn macht mit seinen 3 Jahren keinerlei Anstalten, die Windel durch ein Töpfchen ersetzen zur wollen.

Jonas entwickelt sich den Normkurven entsprechend gut. Mit 2 Jahren hakt der Kinderarzt zufrieden die 25 Wörter ab, die er zu diesem Zeitpunkt können sollte.

Amelie artikuliert sich an ihrem 2. Geburtstag mit wilden Gesten und versucht den Großen tonlos klar zu machen, dass sie gerne von der Torte naschen möchte.

Dein Sohn hingegen scheint ein kleines Sprachgenie zu sein. Da fallen bereits Sätze wie: „Mama, wann besuchen wir Moritz?“.

Was nur ist bei diesen drei Kindern anders gelaufen bzw. was hätten wir als Eltern besser machen können? Nichts, rein gar nichts.

Wir können vieles beeinflussen, indem wir Werte und Handlungen vorleben, indem wir sozusagen Modell stehen für unsere Kinder. Ein Kind, das immer Bitte und Danke hört, wird sich eine elegantere Ausdrucksweise aneignen, als ein Kind, das ständig mit Phrasen wie „So ein Sch…“ oder „Verdammtes …“ konfrontiert wird. Wann das Bitte und Danke aber kommt, darauf haben wir wiederum keinen Einfluss.

Denn und das soll die Kernaussage dieses Beitrags sein: wir können vieles kontrollieren und steuern, nicht aber die körperliche Entwicklung unserer Kinder! Das obliegt einzig und allein der Zeit!

Wenn die Zeit reif ist …

Bei der körperlichen Entwicklung gibt es zwar statistische Richtwerte und Normkurven, doch diese – so wage ich einfach einmal ganz frech zu behaupten – dürfen getrost vernachlässigt werden, solange du ein gesundes Kind mit einwandfrei funktionierenden Organen hast.

Jedes Kind setzt bei der körperlichen Entwicklung andere Prioritäten; natürlich unbewusst. Jonas´ Darm und Blase haben dank eines frühen Windelverzichts erst gar nicht verlernt, Alarmzeichen zu senden, wenn sie voll sind. Die Schließmuskeln konnten sich früher entwickeln.

Bei Amelie waren Darm und Blase trotz Windel schon so früh damit beschäftigt, stark zu werden, dass weniger Kapazitäten für die Sprachentwicklung blieben. Gewiss wird sie an ihrem 3. Geburtstag bereits nach einem Tortenstück fragen können. Denn während Darm und Blase Urlaub haben, kann das Sprachzentrum Gas geben.

Dein Sohn ist so mit dem Sprechen beschäftigt, dass sich Darm und Blase hinten anstellen müssen. Erst wenn er hier ein Stück zurückfährt und sein Körper bereit ist für eine neue Baustelle, ja dann, wird die Windel in der Erinnerungsbox landen; und das gewiss schneller als du denkst.

Zurück zum Thema Trocken werden. Der Darm deines Sohnes befindet sich noch im Faultier-Modus. Das wäre nicht weiter schlimm, würde neben deiner eigenen Erwartungshaltung nun nicht auch noch die Kindergärtnerin Druck machen.

Auf Druck reagieren die Schließmuskeln trotzig

Endlich hast du dich von der Vorstellung gelöst, dein Kind müsste immer zu den Vorreitern gehören, das bereits mit 6 Monaten durchschläft, mit 20 Monaten die 25 Wörter laut U7-Vorgabe beherrscht und kurze Zeit später ohne Mucks die Windel ablegt.

Und dann, ausgerechnet dann kommt die Kindergärtnerin auf dich zu und meint, es sei nun wirklich an der Zeit mit dem Töpfchentraining zu beginnen.

Töpfchentraining*, bitte was? 

Jetzt bloß nicht nervös werden. Drück ganz schnell mal auf den Stopp-Knopf!

* Auf das gewuenschtestes-wunschkind.de gibt es einen sehr lesenswerten Beitrag zum Töpfchentraining unserer Vorgeneration.

Statt 1 Schritt vor, 2 Schritte zurück

Nur kurz vorweg. Lass das Wort Töpfchentraining jetzt erst einmal so stehen, schließlich willst du mit der Erzieherin kein Fass aufmachen, oder?

Tu nun eines: trete 2 Schritte zurück! Nimm aus sicherer Entfernung eine passive Beobachterposition ein. Achte fortan auf Zeichen deines Sohnes. Bring Darm und Blase bloß nicht in Bedrängnis, denn wie die Erzieherin wollen auch die Schließmuskeln nicht provoziert werden.

Dein Kind will trocken werden: erste Zeichen erkennen

So zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr wird das Thema Windel, Klo und Klobürste für viele (nicht für alle!) Kinder interessant.

Achte auf folgende Zeichen

  • Dein Kind drückt die Klospülung für dich und möchte direkt im Anschluss nach der Klobürste greifen.
  • Es macht bewusst auf die volle Windel aufmerksam (mit Worten oder Gesten).
  • Es hat Freude daran, sich selbst die Hose herunterzuziehen. 
  • Dein Kind setzt sich ohne Hilfe aufs Töpfchen oder erklimmt die Klobrille über einen Hocker (das darf ruhig noch mit Kleidung passieren).
  • Es macht dir schon vor dem großen Geschäft deutlich, dass da bald was kommt.
  • Die Zeiträume, in denen die Windel leer bleibt, betragen durchschnittlich 3-4 Stunden.
  • Wickeln wird zum Kraftakt: wenn das Wickeln nicht mehr gewollt ist, kann das ein Hinweis darauf sein, dass dein Kind in diesem Bereich selbstständig werden will.

Dein Gefühl und die Zeichen, die du beobachtet hast, verraten dir, dass ein guter Zeitpunkt gekommen ist, um gemeinsam in eine neue, windelfreie, Lebensphase zu starten? Dann lass dich von dem folgenden Schritt für Schritt Guide durch diese Umbruchphase begleiten.

In dem Guide findest du Tipps und Tricks, die bei vielen Eltern bzw. Kindern gut funktioniert haben. Taste dich langsam an kleine Hilfsmittel heran, die zu deinem Kind passen könnten. Wie immer gilt auch hier: Less is more. Zu viel Verschiedenes solltest du nicht ausprobieren, denn das verwirrt und setzt dich wie auch dein Kind unnötig unter Druck.

Und noch eines, bevor wir ins Detail gehen: Lasst euch Zeit! Pausiert ein paar Wochen, sobald es mühsam wird und wagt dann einen erneuten Versuch. Irgendwann klappt es garantiert!

Trocken werden: 10 Tipps und Tricks

Auf geht´s ins Abenteuer Trocken werden!

Bücher können einen ersten Ansporn für dein Kind geben. Wenn Leo Lausemaus plötzlich ohne Windel aufs Klo geht, dann muss man das doch gleich selbst mal ausprobieren.

Bücher dienen aber nicht nur als sanfte Einstimmung aufs Trocken werden, sie sorgen gleichzeitig für Unterhaltung. 

Warum baust du neben dem Töpfchen / Klo nicht eine kleine Kinderbibliothek auf. Bücherschauen auf dem Töpfchen macht Spaß und entspannt. Da flutschen die erste Versuche manchmal wie von alleine. Und erste Erfolgserlebnisse machen Lust auf mehr!

Vielleicht hat dein Kind ein liebstes Kuscheltier oder eine Lieblingspuppe. Dann übt doch das Trocken werden erstmal spielerisch mit Puppe bzw. Kuscheltier.

Es gibt spezielle Puppen-Töpfchen, aber diese Anschaffung muss nicht unbedingt sein. Bastelt doch aus einem größeren Joghurtbecher ein Spiel-Töpfchen, nehmt eine Holzschüssel oder setzt den liebsten Freund direkt auf das eigene Töpfchen.

Wohnt bei euch auch ein Wichtel? Auch Wichtel müssen mal zur Toilette. Wir haben für unseren Finn einfach ein Klo aus dem Puppenhaus vor die Wichteltür gestellt. Sogar Klopapier-Rollen in Miniatur könnt ihr ganz einfach selber basteln. Anleitungen findet ihr auf unserem Pinterest Board: Wichteltür fürs Kinderzimmer.

Wenn der das kann, kann ich das doch auch! Vielleicht springt der Funke beim Spiel über 😉

So einfach ... mit dem richtigen Klo-Begleiter

Der einfachste und entspannteste Weg zum Trocken werden ist, wie bei allem, das Vorleben. Nimm dein Kind mit aufs Klo. Papa und Mama sollten das tun. Gibt es ein großes Geschwisterkind?

Dann gibt es sogar einen ganz besonders großen Anreiz zum Nachmachen. Denn der große Bruder oder die große Schwester sind die liebsten Vorbilder. Wünscht das große Kind seine Privatsphäre gibt es einen einfachen Trick, der bis zu einem gewissen Alter womöglich toleriert wird: Lass dein Windelkind durch den Türschlitz gucken.

Wenn ihr eine ältere Toilettentür aus Holz habt und/oder ihr künftig noch mehrere Kinder durch die Trocken werden – Phase begleiten dürft, dann wäre auch ein kleines Guckloch in kindlicher Augenhöhe eine Überlegung wert. Dazu braucht es lediglich eine Bohrmaschine und ein klein wenig handwerkliches Geschick.

Wohnt ihr in einem größeren Haus, solltet ihr mehr als nur ein Töpfchen aufstellen. Aus den Augen aus dem Sinn. Dieser Spruch passt auch beim Trocken werden. Zu schnell vergessen Kinder im Spiel all ihre körperlichen Bedürfnisse. Wenn sie jedoch immer mal wieder an einem Töpfchen vorbeikommen, können Darm und Blase Alarm schlagen.

Kinder lieben es zu helfen, vor allem dann, wenn auf Knopfdruck etwas passiert. Die Klospülung hat daher einen ganz besonders großen Reiz. Wann immer dir dein Kind seine Hilfe beim Spülen anbietet, nimm diese dankend an!

Ist dein Kind noch nicht in der Lage, alleine aus seiner Hose zu schlüpfen, wird es vermutlich wenig Freude am Klogehen haben. Schließlich gehört das gesamte Prozedere – angefangen bei Ausziehen bis hin zur Klospülung – zum Großwerden dazu.

Besonders einfach werden die ersten windelfrei-Versuche mit Kleidern und Schlupf-Hosen ohne Knopf und Gürtel.

Trainingskleidung zum selbstständigen Trocken werden

Letztens hast eine richtig coole Lightning McQueen Unterhose für deinen Sohn erstanden. Was wenn du ihn nun einfach fragst, ob er seine Windel gegen diese coole Unterhose tauschen möchte?

Tu das nicht! Dein Kind wird höchstwahrscheinlich auf das unwiderstehliche Angebot eingehen. Er kann gar nicht anders. Nur heißt das noch lange nicht, dass Darm und Blase diese Idee genauso cool finden. Wenn die tolle Auto-Unterhose nach 5 Minuten nicht mehr so toll aussieht und riecht, dann kann die erste Unterhosen-Erfahrung schnell in Frust umschlagen.

Erst wenn dein Kind bewusst und von sich aus (!) nach einer Unterhose verlangt oder seine Windel abgeben möchte, dann rate ich dir dazu, die McQueen Unterhose auszupacken.

Plötzlich wird es ganz ruhig im Kinderzimmer. Oder aber dein Kind klagt über Bauchschmerzen. Vielleicht entwischt ihm auch ein muffeliger Pups. Du kennst dein Kind und weißt, wie es sich kurz vor seinem großen Geschäft verhält.

Versuche den Moment zu erwischen, indem noch nichts in die Windel gegangen ist und frag, ob ihr gemeinsam aufs Klo gehen wollt.

Entweder dein Kind verschwindet ganz schnell unter dem Küchentisch oder es läuft freudig in Richtung Klo. Bei der Küchentisch-Szene solltest du nicht weiter nachhaken. Dein Kind möchte dieses Thema noch mit sich selbst und seiner Windel ausmachen.

Der Thron deines kleinen Windelkönigs sollte komfortabel und ansprechend sein. Nimm dir daher ausreichend Zeit für die Suche nach dem richtigen Töpfchen. Vielleicht möchtest du dein Kind sogar mit ins Geschäft nehmen, damit es selbst beim aussuchen helfen kann.

Eine Alternative zum Töpfchen sind Aufsätze für die große Toilette. Frag doch dein Kind, was es “cooler” findet.

Wichtig ist auch, dass dein Kind bequem auf seinem Klo sitzen kann. Die Schüssel muss über einen stabilen Hocker erreichbar sein und die Füße sollten beim Sitzen einen guten Bodenkontakt haben. Baumelnde Beine verengen nämlich die Schließmuskeln!

Manchen Kindern ist das Klo richtig unheimlich. Vielleicht finden sie noch Gefallen daran, hineinzupieseln. Aber beim großen Geschäft muss dann doch die Windel her.

Mach deinem Kind das Klo vertraut. Du kannst zum Beispiel den Inhalt der vollen Windel immer mit deinem Kind gemeinsam ins Klo kippen. Erkläre ihm, dass der Windelinhalt nun über die Spülung auf eine weite Reise geschickt wird. Spülen darf natürlich dein Kind.

Erfinde lustige Geschichten und mach ihm darüber das Klo zum unterhaltsamen Freund, dann verliert es seine Angst irgendwann von ganz alleine.

Und plötzlich gehts wieder in die Hose

Chill n Feel - Langsam trocken werden_Puppe für Jungs Pirat

… da hilft nur ausharren und erneut probieren (Foto: Piraten-Puppe Sam)

Es gibt tatsächlich Kinder, die sind nach dem ersten Geschäftchen auf der Toilette trocken; auch nachts. Allerdings spreche ich da von den wenigen Ausnahmen.

Das Trocken werden beginnt meistens tagsüber. Dreimal gehts ins Töpfchen, einmal in die Hose. Diese Relation ist natürlich nur ein Beispiel. Aber so in etwa könnte es aussehen. Kommt dein Kind über einen längeren Zeitraum tagsüber ohne Windel aus, könnt ihr der Nachtwindel an den Kragen gehen.

Leg einen Nässeschutz unter das Leintuch und frag dein Kind, ob es Lust hat, nachts einmal ohne Windel zu schlafen. Schnell wirst du herausfinden, ob das eine gute Idee war. Wird das Bettzeug gleich in der ersten Nacht nass, überlasse die Entscheidung ob es direkt einen erneuten Versuch starten will, deinem Kind.

Wenn es sich mit Windel einfach noch sicherer fühlt, dann solltest du ihm diesen Wunsch keinesfalls verwehren.

Neuer Versuch, neues Glück! Immer schön sportlich sehen und bloß keinen Groll heben, wenn es nach einigen Erfolgen zu herben Rückschlägen kommt.

So solltest du auf keinen Fall bei Pipi- oder Kackaunfällen reagieren:

Das Letzte was dein Kind möchte ist dich zu enttäuschen. Denn die Angst vor Liebesentzug ist einfach zu groß. Statt zu schimpfen könntest du sagen: „ Macht nichts. Durch Unfälle lernen wird. Schon bald schaffst du es rechtzeitig aufs Töpfchen. Lass es uns einfach wieder probieren.“

Es gibt überhaupt keinen Grund, ein Kind zu bestrafen, nur weil Blase oder Darm schneller waren als dein Kind. Kein Kind pieselt sich absichtlich an.

Stärke dein Kind, denn das Trocken werden ist ein verdammt großer Entwicklungsschritt, der viel Geduld und Durchhaltevermögen erfordert.

Faultier-Devise: langsam aber nachhaltig

Wie so vieles im Leben geht es beim Trocken werden nicht um einen Wettkampf. Hinter einem Wettkampf steht ein enormer Leistungsdruck. Blase und Darm mögen keinen Druck.

Im Gegenteil, ist die Erwartungshaltung zu groß, kommt es schnell zu Kommunikationsproblemen zwischen Blase und Schließmuskel. Häufige Pipi-Unfälle sind die Folge.

Und der Darm, der reagiert gerne mit Verstopfung auf Druck von außen.

Darum nochmal: das Wichtigste beim Trocken werden ist herauszufinden, wann dein Kind reif für diesen großen Schritt ist.

Warte diesen Zeitpunkt ab! Spielt es denn wirklich eine so große Rolle, wann es soweit ist? Früher oder später nutzt doch jeder die Toilette.

Trocken werden kann dein Kind nur ganz allein. Aber du hast es in den Hand, aus diesem großen Schritt ein besonders schönes Ereignis werden zu lassen.

Autor: Martina

Schwangerschaft, Baby, Alltag mit Baby. Überall liest man, wie anstrengend das Leben als Mama sein kann. Bei Chill n Feel hingegen geht es um Positive Vibes, um kleine Auszeiten, Chill-Momente, Wohlfühltipps und die dazu passenden Wohlfühlprodukte für die Kleinsten. Und die Autorin? Das bin ich: Martina, Gründerin von Chill n Feel, glückliche Mama von 3 kleinen Jungs und Träumerin von einer schönen Welt, in der jedes Lebewesen mit Respekt behandelt wird.

12 Kommentare

  • Martina sagt:

    Liebe Martina!

    Ich frage mich manchmal, wieviel Faultier ich aushalten muss? Meine mittlerweile 3-jährige Tochter hat mit ca. 15 Monaten begonnen zu deuten und pfä, pfä zu sagen. Mit etwa 18 Monaten kauften wir ein Töpfchen und einen Aufsatz damit sie es sich aussuchen kann. Zu dem Ueitpunkt kam sie in die Krippe und ich hatte eigentlich keine Vorstellung wie lange so ein Trockenwerden dauern kann. Im Freundeskreis war sie die jüngste, die mit den Anzeichen begonnen hat und sie war tagsüber wirklich gut trocken mit etwa 2. alle sagten, es ist zu früh. Es gingen auch noch sicher 3 Pipi wöchentlich daneben…. aber das störte mich weniger. Sie wollte auch teilweise noch Höschen-Windel statt Unterhose…
    Da war ich auch schon mit dem nächsten Kind schwanger und deshalb lies ich nachts noch die Windel drauf (es ging auch mit Windel oft genug über)! Der kleine kam im Oktober 2019 und es schien alles ok! Dann kam Corona…. Die große war zu dem Zeitpunkt soweit, auch in der Nacht nicht mehr Windel tragen zu wollen. Aber es ging immer über. Mir wurde der Stress zu viel und ich begann sie immer wieder mal enttäuscht zu ermahnen und zu schimpfen. Nicht wenn es unabsichtlich passierte, aber wenn ich sie aufforderte, aufs Klo zu gehen, weil wir jetzt dann raus gehen (was nie ein Problem war) und 2 min nach dem Haus verlassen war alles nass, da bin ich durchgedreht teilweise… (oder sie sitzt manchmal zappelnd, sagt dass sie nicht muss, und macht sich einfach an, bleibt aber stur sitzen wenn ich sie frage, ob sie muss.
    Jetzt ist sie 3 geworden im Februar. Sie trägt wieder Höschenwindel. Damit geht sie dann aufs Klo (freiwillig) und schafft es aber oft nicht rechtzeitig und dann ist trotz Windel alles nass! 🙈Im Kiga geht auch fast alles schief. Ich habe Wäsche ohne Ende. Stresspegel ist nicht gesunken. Meine Frustration ist gestiegen. Der kleine Bub (18 Monate mittlerweile) will sich auch nicht mehr wickeln lassen… Thema ärgert mich nur noch!
    Die Kinder meiner Freundinnen… sind mittlerweile alle trocken! Und wenn das Thema mal aufkommt… „naja, du hast einfach zu früh begonnen“… Frustriert mich noch mehr und jeder Unfall kostet mich so viel Kraft nicht gleich wieder zu platzen, dass ich schon garnicht mehr will….

    Danke für den Artikel, aber ich weiß nicht, wie ich aus diesem Teufelskreis raus komme. Vielleicht hast du ja zu so einer Situation auch einen Tip?

    • Martina sagt:

      Liebe Martina, danke für dein Vertrauen in mich. Ich würde erst einmal die Ruhe bewahren. Mit 3 Jahren ist deine Tochter doch noch sehr klein. Ich kenne wenige Kinder, die in diesem Jahren bereits komplett windelfrei sind. Unser erster Sohn war auch mit Anfang 2 hochmotiviert und schon einige Tage windelfrei. Doch dann hat er es sich anders überlegt und es hat noch recht lange gedauert, bis wir der Windel Adiós sagen konnten. Er war Anfang 4 und selbst dann ist ab und an noch was daneben gegangen. Ich kenne aber auch genug Kinder, die bis 5 noch eine Windel nutzen. Meine Erfahrung. Umso weniger Druck du ausübst und umso weniger Stress du dir selbst machst, desto einfacher wird es ganz plötzlich gehen. Bei euch kommt ja auch noch hinzu, dass ein kleines Geschwisterkind in die Familie gekommen ist. Auch hier sind Rückschritte an der Tagesordnung ;). Was uns damals tatsächlich geholfen hat, war eine spielerischer Herangehensweise. Wir haben an die Wand gegenüber der WC-Schüssel ein Plakat geklebt. Und jedes Mal, wenn das Geschäftchen (ob klein oder groß) im Klo landete, durfte unser Sohn einen Autosticker darauf kleben. Das fand er ganz großartig. Einmal mal ein paar Dinge ausprobieren. Zuletzt noch ein Tipp. Hör doch mal in die Podcast-Folgen von Kinderärztin Dr. Nikola Klün rein. Sie hat gerade erst zwei Folgen zum “Töpfchentraining” online gestellt: https://www.kinderleibundseele.com/podcast. Viel Erfolg und halte mich gerne auf dem Laufenden! Lieber Gruß, Martina (Ach, noch eines: vergleiche eure Situation niemals mit der von Freunden. Jedes Kind ist ein Individuum. Da sind Vergleiche einfach fehl am Platz. Bisher ist noch jedes Kind trocken geworden; nämlich genau dann, wenn es die notwendige körperliche Reife dafür hatte).

  • Livia Hochstrasser sagt:

    Liebe Martina, ich habe jetzt angefangen zu recherchieren, wie ich unsere jüngeren Sohn unterstützen kann, langsam mal Interesse an der toilette zu bekommen. Er wird am 08.06. 4 Jahre alt, wenn ich mir vorstelle das er dann nur noch ein Jahr hat um Windelfrei zu werden, bis die Vorschule anfängt fängt mein Auge an zu zucken. Der Grosse war ähnlich, den habe ich wirklich mit 4 die Windel weg genommen und Unterhosen gegeben, er ist mitlerweile 6 und heute geht noch ab und an was daneben- meistens aber wegen Faulheit, sein Spiel zu unterbrechen. Zurück zum Kleinen, er zeigt noch gar keine Anzeichen, weder stört ihn das grosse Geschäft in der Windel (er kann damit stundenlang spielen und drin sitzen, wenn wir es nicht grad riechen) noch reagiert er auf- wollen wir mal aufs Klo für das Pipi? Wir haben Kleber zum Aufkleben, als Motivation und einen coolen Toilettensitz, ein Töpfchen für auf der Terasse- kein Interesse. Ich bin am verzweifeln, dazu finde ich es auch echt nicht mehr cool- so ein grosses Kind in der öffentlichkeit wickeln zu müssen- ja das ist mein Problem- aber es ist halt so. Wenn ich lese das jemand mit einem 3 Jährigen Mühe hat, muss ich echt lächeln, da dachte ich noch: jaaa das hat ja noch Zeit und alles im Rahmen, aber jetzt kommt die Vorstellung der Vorschule wo sie Windelfrei sein müssen, das find ich echt beängstigend. ICh möcht auch nicht das er gehänselt wird deswegen… und ja beide Jungs waren früh und sehr gut mit Sprechen und haben viele Stärken sonst…., trotzdem wäre es doch langsam mal an der ZEit, mindestens mal Interesse zu zeigen…HILFE 🙁

    Liebe Grüsse aus der Schweiz Livia

    • Martina sagt:

      Liebe Livia, danke für dein Vertrauen und deine Offenheit. Ich verstehe, dass du frustriert bist. Vor allem dann, wenn der Kindergarten Druck macht, fühlt man sich nicht mehr wohl mit der Situation. Meines Erachtens sollte man auch in den Betreuungseinrichtungen entspannter damit umgehen. Jungs brauchen teils recht lange, bis sie tatsächlich “trocken” sind. Jaja, ich bin selbst Jungsmama. Mein Erstgeborener war irgendwann zwischen 3 und 4 Jahren größtenteils windelfrei. Allerdings sind da nachts noch des Öfteren Unfälle passiert. Er konnte das einfach nicht kontrollieren und noch heute – er ist jetzt 7 – erinnern wir ihn vorm Schlafengehen daran, auf die Toilette zu gehen; einfach nur um sicherzugehen ;). Denn häufig rast er tatsächlich auch jetzt noch im letzten Moment aufs Klo. Bei unserem Zweitgeborenen ist vieles einfacher, v.a. dann, wenn der große Bruder mitspielt. Daran musste ich gleich bei deiner Nachricht denken. Deine Jungs sind ähnlich weit auseinander wie unsere. Mag der Große nicht den Kleinen ab und an mit auf die Toilette nehmen oder ihn zumindest zuschauen lassen? Vielleicht habt ihr auch einen Garten. Klingt jetzt vielleicht doof, aber Jungs lieben es an einen Baum zu pieseln. Wenn der große Bruder das macht, dann will der Kleine womöglich auch. Versucht doch mal, euch diese Geschwisterkonstellation zu Nutze zu machen. Das funktioniert bei uns in so vielen Situationen. Wenn auch das nicht zieht, dann hilft nur Geduld, Geduld, Geduld! Kein Kind trägt ewig Windeln :). Alles Gute, Martina

  • Katja sagt:

    Hallo Martina

    Ich Versuche jetzt auch Mal mein Glück, da ich wirklich nicht mehr weiss wie ich meinem Sohn helfen kann und auch auf keinem Forum so richtig eine Antwort finde.
    Meine Sohn war mit 2 1/2 Jahren “trocken”. Ganz klassisch spielerisch auf die Toilette gesetzt, mit Buch und Stickern und es hat super geklappt. Tagsüber ging er alleine auf die Toilette und lehnte Hilfe Angebote mit “das kann ich schon alleine” ab. Sogar Nachts stand er auf und ging alleine auf sein Töpfchen. Ein völlig selbstbewusster Klogänger. Doch nach 4 Monaten hatte er leider einen Unfall im Haushalt und musste operiert werden. (Tiefer Schnitt in den Finger) Seit dem macht er wieder in die Windel und es stört ihn nicht im geringsten. Das große Geschäft wird allerdings weiterhin auf dem Klo gemacht.
    An einigen Tagen verlangt er morgens nach einer Unterhose, dann allerdings verbrauchen wir in 1 Stunde 3 Hosen, da er immer wieder einpiescht. Es ist oft gar nicht viel, immer nur ein bisschen. Manchmal pinkelt er auf dem Weg zum Klo die Windel voll oder macht auf Toilette nichts und dann danach in die Windel.
    All seine Freunde sind trocken und er sagt auch immer er möchte das auch aber im nächsten Moment macht er ohne mit der Wimper zu zucken in die Windel.
    Manchmal glaube ich er weiss selbst nicht ob er groß oder klein sein will, Baby oder Kleinkind…
    Ich weiss das er mit drei noch nicht trocken sein muss, aber da er schon 4 Monate so selbstverständlich zum Klo ging ist es für mich schwer nachzuvollziehen warum jetzt nicht mehr. Der Unfall ist nun 5 Monate her und alles ist schon lange super verheilt.
    Ich hoffe sehr sie haben einen Rat für mich!
    LG Katja

    • Martina sagt:

      Liebe Katja, ich kann deinen Frust ein nachvollziehen. Man ist so stolz darauf, wenn das eigene Kind seine Windel nicht mehr zu brauchen scheint. Glücklich erzählen wir dem Freundeskreis von unserem Erfolgserlebnis. Umso unangenehmer ist es uns, Rückschritte zu teilen. Gäbe es keine Gesellschaft um uns herum, würden wir dem Ganzen gewiss entspannter entgegentreten, meinst du nicht? Mit 2,5 Jahren war dein Sohn schon recht früh windelfrei. Gerade Jungs brauchen häufig etwas länger. Damit ein Kind windelfrei wird, braucht es viele Prozesse, die eine gewisse Reife erlangt haben müssen. Dies ist einmal eine entsprechende Körperkontrolle. Gehirn, Blase und Darm spielen bei der Kontinenzentwicklung ganz eng zusammen. Fällt einer dieser Kontrollinstanzen teilweise oder ganz aus, kommt schnell wieder eine Windel zum Einsatz. Im Fall deines Sohnes scheint der Unfall ein einschneidendes Erlebnis gewesen zu sein, der seine ganze Aufmerksamkeit erforderte. Und damit womöglich auch die Aufmerksamkeit, die zuvor noch dem Toilettengang galt. Auch wenn der Unfall nun schon eine Weile zurückliegt, so heißt das noch nicht, dass die kleine Welt deines Sohnes schon wieder ganz die Alte ist. Etwas ist damals in Unordnung geraten. Wie so alles im Leben braucht es einfach noch Zeit und Geduld, bis ein zweiter großer Anlauf in Richtung Windelfreiheit geschehen kann. Greife doch einfach zu Höschenwindeln und gib deinem Sohn ganz entspannt die Chance, den richtigen Zeitpunkt selbst zu wählen. Druck würde hier zu nichts führen und auch ein spielerisches Trainieren bringt erst dann etwas, wenn dein Sohn dazu bereit ist. Versuche dich in Geduld zu üben. Vertraue in deinen Sohn. Kein Kind will auf ewig Windeln tragen. Der Zeitpunkt wird kommen, indem sich das Windelthema von ganz alleine löst. Für den Moment sei doch einfach dankbar, dass der Unfall mit seinem Finger gut ausgegangen ist. Da ist ein wenig mehr Windeltragen doch bei Weitem das kleinere Übel ;). Alles Gute wünsche ich euch Beiden, Martina

  • Melli sagt:

    Hallo Martina,

    vielen Dank für den entspannten Artikel. Ich liege seit drei Uhr heute Nacht wach, und durchforste das Internet nach brauchbaren Tipps. Ich bin inzwischen schon fast verzweifelt. Im Grunde sehe ich es wie du, und war auch immer total entspannt. Das wird schon, das kommt von ganz allein, so habe ich meinen Mann und Schwiegereltern beruhigt. Mit 2,5 Jahren zeigte unser Junge das erste Interesse an Klo und Topf, also habe ich gleich losgelegt und drei verschiedene Töpfchen gekauft. Das Interesse war dann aber nach einer Woche wieder vorbei und ich hab mir nix weiter gedacht. Wird schon noch dachte ich. Als er kurz vorm 3. Geburtstag war, war er wieder „willig“ und wir haben die Windel (da noch Stoffi’s) zu Hause weggelassen. Er konnte damals schon auf dem Klo gezielt Pipi machen, jedoch spürte er noch nicht wann er muss. Dann kam ein Krankenhausaufenthalt über 3 Tage. Ich zog ihm Schlupfwindeln an und erklärte ihm auch hier können wir aufs Klo. Aber keine Chance. Von da an waren wir wieder bei Null. Er wollte wieder Windeln und ich habe nachgegeben, mit der Überzeugung wird schon noch. Er ist halt noch nicht soweit.
    Jetzt ist er 4,5 Jahre. Wir lassen auf seinen Wunsch seit drei Wochen zu Hause die Windel weg. Nur in der Kita möchte er eine anziehen. Er schafft es aber absolut nicht aufs Klo. Er spürt es einfach nicht. Jede kleine Bemerkung in Richtung Klo wird wehement abgewehrt und kurz darauf ist dann doch oft die Hose nass. Er pieselt gerne im Garten, im stehen, dass macht ihm Spaß. Drinnen macht er auch hin und wieder im Stehen aufs Klo. Aber wenn er nass wird und ich dann tröstend sage, das nächste mal klappt es aufs Klo, dann sagt er, ich will nicht aufs Klo, ich mach in die Hose, das trocknet doch wieder. Irgendwie merke ich jetzt nach drei Wochen, wehrt er sich zunehmend wieder das Klo aufzusuchen. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich habe schon mit der Windel gedroht, wenn er nicht wenigstens versucht aufs Klo zu gehen. Ich weiß, keine Glanzleistung…
    Beim großen Geschäft verlangt er nach wie vor die Windel. Gestern hatte er keine an und als er mitten im Wohnzimmer losdrückte, schnappte ihn mein Mann und setzte ihn unter Riesenprotest aufs Klo. Ich war gerade unsere Tochter stillen und kam leider zu spät. Er war total aufgelöst. Ich muss dazu sagen, er hasst es gegen seinen Willen getragen zu werden. Und dann in so einer empfindlichen Situation. Der Stinker kam jedenfalls bis heute morgen nicht mehr raus. Mach mir jetzt richtig doll sorgen, dass dieses Ereignis uns wieder extrem zurück wirft.
    Ich weiß einfach nicht weiter. Windel anziehen gegen den Willen? Windel weglassen auch wenn Unfall auf Unfall folgt. Soll ich ein 4,5 Jahre altes Kind nach einem Unfall aufs Klo tragen? Ich frage ihn jedesmal, ob wir schnell nochmal gehen wollen, aber er lehnt immer ab. Er weiß ja wo es hin soll, aber er will nicht. Windel will er aber auch nicht. Bin echt verzweifelt. Hast du noch einen Rat?

    • Martina sagt:

      Liebe Melli, das ist nicht so ganz einfach. Ich verstehe deinen Frust. Du hast viel Geduld gezeigt und bist sehr verständnisvoll. Ich vermute einmal, dass bei deinem Sohn zwei Dinge zusammenfallen. Da war einmal ein Unfall, der die Ordnung durcheinander gebracht hat. Zum anderen hat er ein kleines Geschwisterchen, was ja auch häufig dazu führt, dass es erst einmal zu Rückschritten beim großen Kind kommt. Wie alt ist euer Kleinstes denn?

      Mit 4,5 Jahren ist dein Sohn schon groß genug, um selbst Entscheidungen treffen zu wollen. Doch genau das kann auch zu einer Herausforderung werden. Denn wenn ein 4-jähriges Kind etwas vehement nicht möchte, dann ist da schwer gegen anzukommen. Zunächst einmal gilt es herauszufinden, ob er tatsächlich noch kein Gespür dafür hat, wann er aufs Klo muss. Wenn dem so ist, dann braucht er womöglich noch Zeit.

      Sprechen andere Gründe dafür, dann würde ich persönlich versuchen, spielerisch an die Sache ran zu gehen. In diesem Alter gibt es häufig schon Themen (Geschichten, Figuren, Spielsachen, Ausflugsziele), die besonders beliebt bei den Kindern sind. Vielleicht findest du etwas, auf das dein Sohn so richtig “heiß” ist und mit dem du ihm die Toilette schmackhaft machen könntest. Ich würde dies ein positives Lockmittel nennen.

      Eine andere Möglichkeit wäre es, wenn ein größeres Kind aus dem Familien- oder Bekanntenkreis ihm zeigt, wie “cool” es ist, alleine aufs Klo gehen zu können. 4-Jährige eifern gerne größeren Kindern nach, denn sie wollen auch so “groß” sein. Und dann würde ich auch noch im Kindergarten – gemeinsam mit der Erzieherin des Vertrauens – nach Wegen suchen, wie man die Motivation deines Sohnes erhöhen könnte.

      Mehr wirst du kaum tun können. Nur noch ein Tipp: sei kreativ, probiere aber auch nicht allzu viel gleichzeitig aus, denn das kann schnell überfordern (dich und deinen Sohn). Viel Erfolg! Und keine Sorge, dein Sohn wird trocken werden … wie jedes andere Kind auch 🙂

  • Daniela sagt:

    Hallo, wir haben hier auch ein Problem mit dem Klo gehen, sie war 2,5 als sie sehr brav aufs Klo gegangen ist, zu Hause ohne Pampers, wollte sie dann in den kiga auch ihne schicken, dann kam corona und alles war vergessen…. Dachte mit, ok, nicht schlimm, sie ist erst 2,5….sie braucht Zeit! Die hat sie auch bekommen, im Herbst letzten Jahres hats dann angefangen, sie wollte lieber nackt sein, keine Pampers denn sie ist schon gross, nur hat sie angefangen überall hin zu piseln und da war der Boden noch das beste… Polster, Couch, Bett, Kasten, schuhschrank etc…. Habe es dann einige Tage ohne pampi probiert da sie ja merkt wann sie aufs Klo muss, denn zum verstecken hatte sie ja auch Zeit! Wir haben diesen Sommer Anfang echt Probleme mit ausschläge da sie ja ständig nass war, dachte vielleicht geht’s jetzt ohne Pampers, Sonne scheint, warm… Wieder nix…. Mittlerweile zieht sie sich selber aus und piselt überall wieder hin (gerade eben in ihr Bett), obwohl sie 5x gefragt wurde, Pampers oder gehen wir aufs Klo bzw Topf?!! An manchen Tagen geht sie 5x hintereinander brav aufs Klo, die nächsten 3x dann einfach irgendwo… Sie will keine Pampers mehr aber aufs Klo will sie auch nicht!ich putze und wasche jeden tag, doch langsam ist meine Geduld am ende! Denn wenn man an 2 Klos vorbei rennt und lieber ins Bett oder in ihre spielzeugkiste piselt, dann ist das für mich trotz!!! Wir sind in einer Spirale und ich weiss nicht wie ich da raus komme… Eigentlich will ich nicht schimpfen, aber wenn die komplette whg nach Urin stinkt und ich dann erst Tage später wieder irgendwo einen Fleck finde, dann finde ich das echt hart!!! Vielleicht hat ja jemand Rat für mich… Vielen Dank, alles Gute 🍀

    • Martina sagt:

      Liebe Daniela,
      vielen Dank für dein Vertrauen. Ich denke nun schon eine ganze Weile über eure Situation nach und weiß einfach nicht, was ich dir raten könnte. Gerade suche ich nach einer erfahrenen Pädagogin, die dir vielleicht weiterhelfen könnte. Deine Tochter ist jetzt knapp 4 Jahre, oder hab ich das falsch verstanden? Gab es denn große Veränderungen bei euch? Umzug, neues Geschwisterchen? Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass kleine Kinder in diesem Alter nicht ganz so einfach zum handeln sind. Sie haben einen starren Kopf und lassen sich ungern dreireden. Mein 4-Jähriger Sohn bringt mich hier zeitweise auch an die Grenzen. Gibt es denn irgendwelche Lockmittel, mit der zu sie motivieren könntest? Vielleicht Unterhosen mit ihren Lieblingsmotiven? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es umso schwieriger wird, desto angespannter man selbst ist. Wenn du so schreibst, habe ich das Gefühl, sie will gerade einfach nicht groß werden. Das passiert manchmal, wenn ein neues Baby in der Familie ist. Aber das ist Spekulation, da ich eure Familiensituation nicht kenne. Es scheint ja auch der Wille da zu sein, selbst aufs Klo zu gehen, doch irgendwas hindert sie daran. Ob sie einfach noch nicht die richtige Kontrolle über ihre Blase hat oder etwas anderes dahintersteckt ist schwer zu sagen. Wie läuft das denn im Kindergarten? Daniela, ich werde – wie gesagt – schauen, ob dir jemand, der hier geschult ist, auf deine Frage antworten kann. Hab noch ein wenig Geduld! Und bis dahin drück ich dir ganz fest die Daumen. Häufig lösen sich die größten Sorgen ganz plötzlich in Luft auf! Lieber Gruß, Martina

  • Vanessa sagt:

    Hallo Martina,
    Ich bin wie viele andere Mamis hier super frustriert und sauer auf mich selber, dass ich nicht mehr gelassen reagieren kann 🙁
    Mein Sohn ist 2,5 Jahre und vor 4 Monaten haben wir angefangen die Windel weg zu lassen, weil er starkes Interesse am Töpfchen hatte, sein kleines und manchmal auch großes Geschäft nach dem Aufstehen direkt rein gemacht hat. Wir hatten, bevor wir die Windel weg gelassen haben spielerisch begonnen das Töpfchen einzuführen, er ist morgens, abends und nach dem Baden drauf gegangen.
    Nun hat er also keine Windel mehr (auch nachts nicht mehr), wir haben Motivations- und Belohnungssysteme angewandt und Pipi landet zu 95% im Töpfchen… nun aber das große Problem – das große Geschäft landet konsequent in der Hose 🙁 Selbst wenn er am pupsen ist oder man ihn zu der Zeit, wo er meistens Kacka machen muss, aufs Töpfchen setzen möchte, sagt er “nein ich muss nicht” und 2 min später ist es in der Hose. Ich habe wirklich viel Ruhe bewahrt, aber nach 4 Monaten konsequentes einkackern bin ich mit den Nerven echt am Ende. Überall liest man bloß nicht zurück zur Windel, wenn das Kind es erstmal gut macht, aber macht er es denn überhaupt gut, wenn er Kacka immer in die Hose macht?
    Er hat keine Scheu Kacka aufs Töpfchen zu machen, als er Durchfall hatte, hat er komischerweise immer Bescheid gesagt und ist aufs Töpfchen….
    Was soll ich jetzt machen? Ich bin eigentlich kurz davor wieder eine Windel anzuziehen… vielleicht ist er doch noch nicht so weit…
    Danke dir im Voraus
    Vanessa

    • Martina sagt:

      Guten Morgen, liebe Vanessa! Zunächst einmal verstehe ich natürlich deinen Frust. Dir geht es wie so vielen Mamis hier. Endlich ist ein Ende der Wickelzeit in Sicht und dann plötzlich kommt der “Rückschritt”. Wie du aber an den vielen Kommentaren siehst, geht es dir damit nicht alleine so. Mein Sohn war mit 2 Jahren ein paar Tage windelfrei. Was war ich stolz. Die Freude dauerte nur kurze Zeit an. Es hat dann über ein Jahr gebraucht, bis er tatsächlich regelmäßig alleine aufs Klo ging. Und Pipiunfälle nachts im Bett ganz es noch viel viel länger. Gerade kleine Jungs scheinen sich schwer zu tun bzw. länger zu brauchen, um volle Kontrolle über ihre Geschäftchen zu haben. Noch heute – er ist jetzt 7 – müssen wir gelegentlich an die Toilette erinnern, weil er beim Spielen einfach nicht dran denkt und scheinbar auch nicht zu merken scheint, dass die Blase voll ist. Und was deinen Zwerg angeht, auch das erscheint mir alles sehr normal. Viele Kleinkinder in meinem Freundekreis wollten noch sehr lange ihr großes Geschäft nicht ins Töpfchen machen. Die Eltern haben dann denn Kind immer eine Windel angezogen, wenn es signalisiert hat, dass es aufs Klo muss. Würde er denn eine Windel akzeptieren? Eine andere praktische Möglichkeit sind Windelhosen. Dann bekommt er schon eher das Gefühl eine Unterhose zu tragen, kann sie auch selbst herunterziehen, wenn er Pipi machen muss. Und beim großen Geschäft hast du auch keinen Stress. Ach und du schreibst, dass es bei Durchfall sehr gut geklappt hat mit dem Töpfchen. Ohne hier Expertin zu sein, vermute ich einfach, dass sich hier der Stuhlgang ganz anders angekündigt hat. Bei Durchfall ist der Druck viel größer, das spüren womöglich bereits Kleinkinder. Das große, “normale” Geschäft hingegen, lässt sich eher einmal verdrücken. Frag ihn doch, ob es für ihn in Ordnung ist, eine Windel zum Kacka machen anzuziehen oder kauft nette Pants. Die finde ich nun wirklich nicht schlimm! Es gibt diese als Wegwerf-Windelhosen oder als nachhaltigere Alternative aus Stoff (z.B. Trainerhöschen von ImseVimse oder anderer Marken). Das Wichtigste bei allem aber: bleib ruhig! Und halte dir immer wieder vor Augen, dass dein Sohn noch klein ist. Noch spielen Kopf und Organe nicht optimal zusammen. Gib ihm die Zeit, die er braucht uns sei stolz drauf, dass das Pipi schon so schön im Töpfchen landet! Mit 2,5 Jahren ist er meines Erachtens eher früh dran! Alles Liebe, Martina

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