Liebevolle Einschlafrituale für Kleinkinder

Den ganzen Tag auf Entdeckungstour. Nur den Schlaf findet dein Kind nicht. Probiers mit Einschlafritualen! 

Schlafen ist so schön mit Einschlafritualen

Was wir Erwachsene so gerne tun, kann für dein Kleinkind zu einer unliebsamen Pflichtveranstaltung werden: das Schlafen. Womöglich brüllt es und beginnt verzweifelt um sich zu schlagen, wenn ihm bewusst wird, dass der Zeitpunkt gekommen ist, das Licht auszumachen.

Liebevolle Einschlafrituale für Kleinkinder lehren dein Kind, dass Einschlafen etwas Positives und Schönes sein kann. Es wird sich auf die vertraute Abendroutine mit dir freuen und auch du wirst dem „Ins-Bett-bringen“ schon bald freudig entgegenblicken.

Was sind Einschlafrituale?

Einschlafrituale sind – wie in meinem letzten Blogpost bereits ausführlich erklärt – immer wiederkehrende Abläufe bestimmter Routinen, die sanft auf den Tag- bzw. Nachtschlaf vorbereiten. Diese sollten einen ähnlichen Zeitrahmen und vertraute Handlungsabläufe haben.

Die Vorteile fester Einschlafrituale für Kleinkinder

  • Kinder lieben Rituale.

Das Gefühl zu wissen, was sie als nächstes erwartet, schenkt Sicherheit und Geborgenheit.

Zwar ist die schöne Spielzeit vorüber, dafür wird Mama in Kürze aus dem liebsten Kinderbuch eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen! Statt Tränen ob dessen, was nun vorüber ist, wird dein Kind lächelnd auf das blicken, was kommt.

  • Vertraute Abläufe geben Orientierung.

Rituale – also immer wiederkehrende, vertraute Abläufe – dienen kleinen Kindern als Strukturierungs- und Orientierungshilfe untertags aber auch dann, wenn es darum geht, in den Schlaf zu finden.

Die Erklärung liegt in der Entwicklung des kindlichen Gehirns. Handlungen oder auch Dinge gewinnen für dein Kind erst dann an Bedeutung, wenn sie häufig auftreten bzw. wenn sie immer wieder damit in Berührung kommen.

Vielleicht hast du dich schon gewundert, warum dein Kind ausgerechnet das kleine Äffchen zu seinem Lieblingskuscheltier auserkoren hat oder warum es immer wieder nach demselben Buch greift. Womöglich liegt dies daran, dass du das Kuscheltier mit dem Gute-Nacht-Kuss schon früh mit ins Babybett gelegt hast oder aber weil du aus diesem Buch viel häufiger vorgelesen hast, als aus anderen Büchern.

  • Rituale reduzieren Ängste, indem sie Sicherheit und Beständigkeit geben.
  • Einschlafrituale machen müde.

Und täglich wartet dasselbe Einschlafritual, das so schön schläfrig macht.

Grund dafür: durch den ständig sich wiederholenden Ablauf werden Schlaf-Hormone ausgeschüttet.

  • Feste Routine machen dein Kind selbstständig.

Ständig sich wiederholende Abläufe prägen sich schnell und gut ein. So wird dein Kind binnen kürzester Zeit automatisch zum Händewaschen gehen, sobald das Abendbrot beendet ist.

Der bloße Gedanke an feste Abläufe mag dir vielleicht zunächst widerstreben, weil du deinen Alltag ungern in feste Formen zwängen willst.

Doch langfristig wirst du dankbar sein, dich frühzeitig mit Alltagsroutinen, wie Einschlafritualen, auseinandergesetzt zu haben. Denn glaube mir, ein Familienalltag ohne Struktur kann sehr schnell an die Substanz gehen, vor allem dann, wenn das mit dem Ein- und Durchschlafen die ersten Jahre so gar nicht klappen will.

Mit der Chill-Box zu einer festen Abendroutine 

Bei Neugeborenen und Babys gibst DU alleine die Einschlafrituale vor. Kleinkindern hingegen kann und darf sehr wohl eine gewisse Wahlfreiheit eingeräumt werden, was die abendliche Einschlafroutine angeht.

Dabei ist es wichtig, dass du die Wahlfreiheit klar begrenzt, denn zu viele Optionen erzeugen Unruhe statt für Ruhe zu sorgen.

Geheimtipp: Chill-Box

Mit einer Chill-Box gibst du einen klaren Rahmen vor, indem du auf die aktuellen Interessen deines Kindes eingehst und auf spielerische Weise den Tag gemeinsam mit deinem Kind ausklingen lässt.

Was ist eine Chill-Box?

Eine Chill-Box ist nichts anderes als eine kleine Box, eine Truhe oder eine Kiste, die tagsüber wie von Geisterhand verschwindet und mit Beginn der Abendroutine wieder in Erscheinung tritt.

In einer Chill-Box befinden Dinge, mit denen sich ein gemütlicher Tagesausklang gestalten lässt. Dein Kind darf jeden Abend aufs Neue entscheiden, wie es den Tag mit Mama oder Papa beenden möchte.

Einschlafrituale_Abendroutine_Kleinkind_ChillnFeel

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Und das kann sich in einer Chill-Box befinden:

  • Bücher mit Gute-Nacht-Geschichten
  • Ein altersgerechtes Puzzle
  • Eine Badeente
  • Ein Hörspiel
  • Farbstifte
  • Knete
  • Eine Handpuppe

In diesem Beispiel entscheidet sich dein Kind an einem Abend für ein warmes Bad, am nächsten für 20 Minuten Kneten, am darauffolgenden Tag für eine Geschichte, die Mama mit der liebsten Handpuppe erzählt.

Achte darauf, dass die gewählte Beschäftigung stets einen ähnlichen Zeitrahmen hat und dass auch wirklich nur eine Aktivität gewählt wird.

Nach dem Bad, dem Kneten oder der Geschichte kommt der nächste Bestandteil der Abendroutine (z.B. das Zähneputzen).

Und auch hier gibt es einen ganz simplen Geheimtipp, wie du zur nächsten „Aufgabe“ weiterleitest: eine Gute-Nacht-Routine.

Was ist eine Gute-Nacht-Routine?

Eine Gute-Nacht-Routine ist eine spielerische Abendroutine, über die du dein Kind Schritt für Schritt durch ein ganz persönliches Einschlafritual geleitest.

Dazu überlegst du dir zunächst, welche Schritte bzw. Aufgaben dein Kind allabendlich durchläuft, bevor es zufrieden in seinem Bett liegt und die Augen schließt.

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Klassische Routinen sind:

  • 20 Minuten Chill-Box
  • Gemeinsames Abendessen
  • Waschen/Zähneputzen und Wickeln/zur Toilette gehen
  • Das liebste Kuscheltier oder die Puppe zu Bett bringen
  • Kuscheln mit Mama oder Papa
  • Schlafen

Für all Aufgaben, die du als Teil der Abendroutine betrachtest, gestaltest du kleine Grafiken, die die jeweilige Aufgabe veranschaulichen. Hier kannst du Bilder ausdrucken, malen oder Sticker verwenden. Vielleicht ist dein Kind sogar schon so groß, dass es dir dabei helfen kann.

Klebe die Bilder jeweils auf Klettband oder Magneten und überlege dir einen geeigneten Ort – auf Augenhöhe deines Kindes – an dem diese Abend für Abend angebracht werden können. Bei Magneten kann dies der Kühlschrank oder wie bei uns ein mit Magnetfarbe bestrichenes Bücherregal sein.

Habt ihr euer Chill-Box-Ritual beendet, kommt der Magnet bzw. das Bild mit der Chill-Box an den Kühlschrank, ist das Abendessen vorüber, folgt das Bild mit der Brotzeit. Somit weiß dein Kind immer, welche Aufgaben noch zu erledigen sind und wann der Zeitpunkt gekommen ist, unter die Bettdecke zu schlüpfen.

Mit diesem liebevollen Abendritual begleitest du dein Kind spielerisch in den Nachtschlaf und dies gewiss ohne Tränen und lautstarke Proteste.

Hinweis: je später du eine feste Abendroutine einführst, desto länger wird es möglicherweise dauern, bis dein Kind diese verinnerlicht. Sei geduldig, denn die Zeit die du hierin investierst, wirst du spätestens dann zurückgewinnen, wenn ein festes Einschlafritual für längere und entspanntere Nächte sorgt.

Süße Träume!

Trotz Abendroutine kein Schlaf in Sicht?

Von wegen süße Träume!

Du hast dir so viel Mühe gegeben und eine Menge Geduld bewiesen, aber es funktioniert einfach nicht: dein Kind sträubt sich vehement gegen den Nachtschlaf und du bist am Ende deiner Kräfte?

Dann wird es Zeit mit der Hebamme oder dem Kinderarzt Kontakt aufzunehmen. Denn manchmal kann die Ursache für einen unruhigen oder schlechten Schlaf Gründe haben, auf die du alleine nicht kommst.

Meine Empfehlung: lade dir unsere kostenlosen Schlafprotokoll herunter, führe es 2 Wochen lange gewissenhaft und nimm es dann direkt mit zur Hebamme oder zum Arzt. Damit lieferst du die Informationen, die bei der Ursachenforschung entscheidend sein können.

Sollte wider Erwarten keines der erwähnten Einschlafrituale zum ersehnten Schlaf führen, dann lade dir einfach unser kostenloses Schlafprotokoll herunter und werte es nach 2-3 Wochen mit deiner Hebamme oder deinem Kinderarzt aus. Spätestens dann wirst du Wege für erholsame Nächte mit deinem Baby finden.

Autor: Martina

Schwangerschaft, Baby, Alltag mit Baby. Überall liest man, wie anstrengend das Leben als Mama sein kann. Bei Chill n Feel hingegen geht es um Positive Vibes, um kleine Auszeiten, Chill-Momente, Wohlfühltipps und die dazu passenden Wohlfühlprodukte für die Kleinsten. Und die Autorin? Das bin ich: Martina, Gründerin von Chill n Feel, glückliche Mama von 2 kleinen Jungs und Träumerin von einer schönen Welt, in der jedes Lebewesen mit Respekt behandelt wird.

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